Moderne technologische Artefakte wie der Computer oder das Internet sind mittlerweile nicht mehr aus unserer Welt wegzudenken. Doch sind es vor allem mobile digitale Endgeräte - allen voran das Mobiltelefon - die zu dem globalen Technikphänomen unserer Zeit geworden sind. Bereits 2001 überstieg die Anzahl der Mobiltelefonanschlüsse die der Festnetzanschlüsse in vielen afrikanischen Staaten, wobei das Mobiltelefon häufig die erste verfügbare elektronische Kommunikationstechnologie darstellte.
Dieser Vortrag zeigt anhand verschiedener, aktueller Beispiele aus ethnologischen Studien das Mobiltelefon als einen Aspekt des Komplexes ‚Mensch und ICTs’ in der Cyberculture. Das für die Ethnologie Interessante sind dabei aber nicht der technische Aufbau oder die Software des Geräts, sondern die entscheidende lokale Bedeutungszuschreibung im Sinne einer aktiven soziokulturellen Aneignung. Die mit Bedeutung aufgeladene Kommunikation innerhalb sozialer Netzwerke, ihre ausgehandelten Nutzungskonventionen oder der Einfluss auf die Wahrnehmung von Örtlichkeit und Zeit sowie Grenzen des Körpers (kybernetische Systeme!) sind dabei interessante Forschungsfelder. Dies basiert auf dem theoretischen Hintergrund einer sozialkonstruktivistischen Sicht auf Technik, in der diese als ein von Menschen geschaffenes und immer wieder neu zu deutendes Feld betrachtet wird.