DGV Tagung 2007

Carolin Ott: Multisited Learning als Beitrag zur Entwicklung ethnologischer Didaktik

“Interkulturelle Kompetenz” stellt gegenwärtig eine wesentliche Anforderung an junge Menschen dar, ist jedoch durch die Breite der Ansätze zum unscharfen Schlagwort avanciert. Ethnologisch und didaktisch fundiert aufgearbeitete Materialien können dazu dienen, kulturelle Komplexität für Lernende erfassbar zu machen und Perspektivenwechsel als Lernerfahrungen in diesem Diskurs zu ermöglichen.

Die Darstellung kultureller Sachverhalte im Sinne von “multi-sites” reflektiert deren Konturen, Beziehungen und Verortungen (Marcus). So wird es dem Lernenden möglich, themenorientiert und vergleichsbildend verschiedenen Aspekten eines Verstehensraumes zu begegnen. “Multisited Learning” ist damit ein Prozess, der lokale Kontexte triangulativ transparent werden lässt. Der Lernende begibt sich in eine Auseinandersetzung mit seinem eigenen Erfahrungshorizont, indem er versucht durch eine anderskulturelle Brille zu blicken, erlebt er gleichzeitig, dass Kultur nicht als synchronisch isoliertes Moment verstanden werden kann. “Multivocal Symbols” können diesen Lernprozess als ergänzende Knotenpunkte unterstützen, um Vieldeutigkeit möglichst einfach aufzuzeigen und zusätzlich fixierte multiperspektivische Betrachtung auf konkreter Ebene zu garantieren.

Die Vorstellung des Projekttages “Australia’s Indigenous People” der AG IkuL wird Prinzipien des Multisited Learning am Beispiel des Zugangs zum kulturellen Kontext Australiens veranschaulichen.

Workshop:

29 | “Erklär’ mir die Welt!” Die Vermittlung von Ethnologie im außeruniversitären Bereich

Termin:

Dienstag, 02.10.2007, 14:00-18:00 Uhr

Ort:

Melanchthonianum, Hörsaal XIX