Karin M. Naase, Berlin: „Forschen in Amazonien, Brasilien: Forschen in einem politisch sensiblen Umfeld“
In meinem Beitrag möchte ich beleuchten, welche Rahmenbedingungen heutzutage gegeben sind, wenn EthnologInnen in bestimmten Weltregionen und zu bestimmten Thematiken, die von vornherein politisch sensible Bereiche ansprechen, Feldforschung betreiben möchten. Ich möchte meine eigenen rezenten Erfahrungen mit Feldforschung in Brasilien zum Thema der Landreform reflektieren und diskutieren. Es geht mir dabei insbesondere um zwei Aspekte: Erstens, unter welchen Umständen ist Feldforschung angesichts politisch sensibler Umfeldbedingungen überhaupt noch möglich. Welche Einbindung in die nationale, regionale und lokale Szene muss gegeben sein und wie ist die zu erlangen und welche Verpflichtungen bzw. Folgeprobleme für die ForscherIn erwachsen daraus. Zweitens möchte ich die von Seiten der Einheimischen (Erforschte, Soziale Bewegungen, Forscher) an die EthnologIn gestellten Erwartungen problematisieren und den unterschiedlichen gesellschaftlichen Stellenwert von ethnologischer Forschung in Deutschland und Brasilen darstellen. Daraus abgeleitet möchte ich diskutieren, welche Herausforderungen für ethnologische Forschung entstehen, auch im Hinblick auf die Förderpraxis der wichtigen Stipendien- und Mittelgeber.