Markus Lindner: „Telling our own story“: Reservationstourismus als Mittel kultureller und historischer Selbstbestimmung
Tourismus auf Indianerreservationen ist keine neue Entwicklung. Besonders im Südwesten der USA haben die Probleme mit Besuchern schon im frühen zwanzigsten Jahrhundert zu Restriktionen für die Reisenden geführt. Dabei war die indigene Bevölkerung allerdings in einer passiven Situation, in der sie nur auf die unerwarteten Touristen, die von angloamerikanischen Reiseunternehmen zur Reservation geführt wurden, reagieren konnte. Im Vorfeld des Lewis-&-Clark-Bicentennials 2003-2006 wurde dagegen in den vom Jubiläum betroffenen Reservationen unter dem Begriff „Tribal Tourism” versucht, den Tourismus eigenständig zu gestalten, um so die prognostizierten Touristenströme inhaltlich und räumlich zu kontrollieren. Der Vortrag wird zeigen, welche Mittel dafür eingesetzt und wie Tourismusprojekte als Mittel kultureller und historischer Selbstbestimmung geplant wurden und auch heute noch werden.