Juliane Schwarz-Bierschenk: Borderlands of Memory?
Identität ist ein politisches Artefakt und Repräsentationen davon schaffen soziale Tatsachen. Ich analysiere die Entstehung dreier zeitgenössischer Denkmalprojekte für einen spanischen Eroberer im Südwesten der USA als solche Artefakte im öffentlichen urbanen Raum und interpretiere auf Grundlage dieser Hypothese die Antagonismen zwischen und innerhalb ethnischer Minderheiten, die im Zuge der Erinnerung an die koloniale Vergangenheit des Südwestens der USA zutage treten. Historische Kontextualisierung, Medienanalyse und Fragen nach dem politischem Selbstverständnis der beteiligten Gruppen bieten Erklärungsrahmen für die anhaltende Kontroverse um vergangene Ereignisse und gegenwärtige Ansprüche auf Teilhabe an ‚Amerika’. Helfen postkoloniale Ansätze, diesen Konflikt innerhalb einer konsensbasierten Gesellschaft zu erhellen?