Die Auswertung der Interviews mit „heimgekehrten” Migrantinnen aus Berlin ergaben, dass die Migrantinnen in Berlin enormen Erwartungshaltungen aus der Heimat unterworfen sind. Diesen zu entsprechen, wird mit dem Wachsen der zeitlichen Distanz zum Heimatland zusehends schwieriger. Auch Migrantinnen auf Heimatbesuch unterliegen vielfältigen Erwartungen und vor allem dem Zwang, ihr Leben in der Fremde zu legitimieren. Aus dieser Analyse geht hervor, dass die Migrantinnen in Berlin sich nicht nur den Anforderungen der Migration und den Erwartungshaltungen, Exotisierungen, Stereotypisierungen und Rassismuserfahrungen hier, sondern gleichzeitig auch den Erwartungen ihrer Heimat stellen müssen, sei dies nun in Erfüllung oder Ablehnung derselben. Für viele Migrantinnen und Remigrantinnen entwickelten sich die afrobrasilianischen Religionen zu einem bedeutenden Verbindungsglied zur Heimat. Auch ihre in der Migration aufgebauten transnationalen Beziehungen erlangen einen ganz besonderen Stellenwert.
Folgende Fragen stehen zur Debatte: 1. wie definieren die Migrantinnen die afrobrasilianischen Religionen in Berlin? 2. Welche theoretischen und methodischen Fragestellungen sollte die Migrationsforschung zu dem dargestellten Komplex berücksichtigen?