DGV Tagung 2007

Peter Lindenmann: Signes identitaires in Neukaledonien

Vor dem Gebäude der Regierung Neukaledoniens stehen vier Fahnenmasten. Nur an dreien hängen Fahnen. Der vierte ist immer noch leer, an ihn würde die Fahne Neukaledoniens gehören. Doch die Frage nach den Signes identitaires, den Zeichen die für Neukaledonien stehen sollen, bleibt unbeantwortet, dies im Gegensatz zu Tahiti, das über Namen und Flagge verfügt. Bisher konnten sich die politischen Gruppierungen in Neukaledonien nicht auf gemeinsame Symbole einigen, obwohl solche zum Beispiel im Sport mit einem rot/silbergrauen Dress und einer Hymne in einer Lokalsprache oder auf der Website der Regierung bereits in Gebrauch sind.

Auch Denkmäler, Architektur und Gebäude gehören zu den Zeichen, mittels derer Identität bekräftigt wird. Die älteren Regierungsgebäude in Nouméa vertreten einen kolonialen Stil französischer Prägung und auch die Bauten der Province des Iles mit ihren Pyramidendächern stechen ins Auge. Der Province Sud ist der Baustil weniger wichtig, dafür muss beidseitig des Einganges immer eine kleine Trikolore befestigt sein.

Neukaledonien ist reich an einer speziellen Form von öffentlichen Bauten, Denkmälern. Sie reichen von Kriegerdenkmälern über Statuen ehemaliger Gouverneure bis zum Mwa Kaa, einer Skulptur, die als Sinnbild für die gemeinsame Zukunft aller Neukaledonier gedacht ist.

Mich interessieren diese Zeichen im öffentlichen Raum, die Signes identitaires, Flaggen, Hymnen, Gebäude und Denkmäler. Warum stehen sie da, warum bleiben sie stehen oder verschwinden wieder? Was ist ihre Aussage, haben sie überhaupt noch eine, oder sind sie übrig gebliebenes Mobiliar vergangener Epochen? Wie entsteht aus politischen Symbolen Identität und umgekehrt, wie werden Zeichen zu politischen Streitpunkten?

Workshop:

12 | Zur Ozeanistik im deutschsprachigen Raum heute: Versuch einer ersten Bestandsaufnahme

Termin:

Dienstag, 02.10.2007, 14:00-18:00 Uhr

Ort:

Melanchthonianum, Hörsaal A