Joachim Görlich: Transformationen von Subjekt-Objekt-Beziehungen in Melanesien
Im vormodernen Melanesien verstanden sich die menschlichen Akteure als in ein sozio-kosmologisches Netzwerk mit „personifizierten Objekten” wie Gaben, Tieren, Pflanzen, Geistern und Orten eingebunden. Subjekte und „Objekte” bildeten durch soziale Interaktionen symmetrische, soziale Assoziationen. Eine solche Perspektive ist mit einem relationalen Personenkonzept verknüpft, dass durch die Einflüsse der Moderne transformiert wurde und wird. Ethnographischer Ausgangspunkt für die Analyse dieser Prozesse ist die Auseinandersetzung der Kobon im nördlichen Hochland von Papua-Neuguinea mit staatlicher Administration, kirchlicher Mission und kapitalistischer Warenökonomie. Darüber hinaus soll ein komparativer Rahmen für die theoretische Analyse der Transformationen von Subjekt-Objekt-Beziehungen im Allgemeinen entwickelt werden.