DGV Tagung 2007

Arno Pascht: Mobilität, Kulturwandel und Transnationalismus – cookinsulanische Kultur und Identität in einem globalisierten Südpazifik

Bei dem kürzlich abgeschlossenen Forschungsprojekt über den Wandel von Landrechten wurde die Rolle der hohen Migrationsrate und die große Zahl dauerhaft oder temporär in Neuseeland und Australien lebenden Cookinsulaner deutlich. Diese nehmen auf unterschiedliche Weise Einfluss auf cookinsulanische Vorstellungen und Praktiken, die mit Landrechten in Verbindung stehen. Der Kontakt zwischen ‚Heimat’ und ‚Diaspora’ wird auf verschiedenen Ebenen aufrechterhalten, sei es über elektronische Medien, durch Geldüberweisungen oder durch Landkonflikte. In Neuseeland kann man beobachten, dass Elemente, die als ‚traditionell cookinsulanisch’ erachtet werden, an Bedeutung gewinnen. Dies zeigt sich beispielsweise an der Einrichtung einer neuseeländischen Zweigstelle der ‚Cook Islands Christian Church’ und an Plänen, auch in Neuseeland Amtseinsetzungen für Inhaber von traditionellen polynesischen Namenstiteln durchzuführen - eine Zeremonie, die bisher nur auf den Cookinseln veranstaltet werden konnte. Ausgehend von diesen Erkenntnissen entstand der Plan für ein Forschungsprojekt, das der Frage nachgeht, wie die hohe Mobilität der Cookinsulaner ihre kulturellen Vorstellungen und ihre kulturelle Praxis auch jenseits von Landrechten beeinflusst. Verknüpft damit soll geklärt werden, welche Rolle die spezifische Art der cookinsulanischen Migration und der dadurch entstandenen transnationalen Netzwerke für die Identität der Cookinsulaner spielt.

Workshop:

12 | Zur Ozeanistik im deutschsprachigen Raum heute: Versuch einer ersten Bestandsaufnahme

Termin:

Dienstag, 02.10.2007, 14:00-18:00 Uhr

Ort:

Melanchthonianum, Hörsaal A