DGV Tagung 2007

Alexandra Wessel: Die Repräsentation Ozeaniens im Museum der Kulturen Basel

Das Museum der Kulturen Basel realisiert eine abteilungsübergreifende Ausstellung über die Farbe Rot. Objekte aus Ozeanien, genauer aus Melanesien, werden über die Farbe Rot definiert und präsentiert. Dabei gehen wir den Fragen nach, warum wurde etwas rot gefärbt, was bedeutet die Farbe und was sagt sie über die jeweilige Kultur aus.

Anhand dieses Ausstellungsprojektes lassen sich grundsätzliche Problematiken der ethnologischen Museumsarbeit beleuchten, die ich an Beispielen aus Ozeanien verdeutlichen möchte:

Noch immer findet sich der Anspruch auf Aufklärung in der musealen Praxis, nicht selten gekoppelt mit einer gewissen Ignoranz gegenüber der Stimme der Anderen und gegenüber der Konkurrenz auf den Sektoren Reisen und Unterhaltung. Die Exotik der Südsee hat definitiv ausgedient, letztlich weil das Leben Anderer nicht nachahmbar ist.

In der Thematisierung einzelner Kulturdeterminaten könnte eine Hinwendung zur wissenschaftlichen Ethnologie und gleichzeitig ein Lösungsansatz für die Problematik liegen.

Das Herausgreifen von Veränderungen einzelner spezieller Materialitäten oder neuer Wege der Präsentation erlaubt eine Übersetzung von Wissensinhalten. Durch diese Generierung entsteht neues Wissen. Ziel von Ausstellungen kann demnach eine Zueinanderführung unterschiedlicher Wissenshorizonten im Angesicht des Objektes sein. Dadurch entstehen die Fragen, was dies für die Ozeanien-Sammlung in Basel und für zukünftige Sammleraktivitäten bedeutet.

Workshop:

12 | Zur Ozeanistik im deutschsprachigen Raum heute: Versuch einer ersten Bestandsaufnahme

Termin:

Dienstag, 02.10.2007, 14:00-18:00 Uhr

Ort:

Melanchthonianum, Hörsaal A