Alexander Solyga: Muschelgeldstudien. Zur Ethnologie des Geldes bei den Tolai der East New Britain Province, Papua New Guinea
Das Forschungsvorhaben ordnet sich in die Monetarisierungs- und Transformationsforschung der Wirtschaftsethnologie ein. Untersuchungsgegenstand ist der Umgang mit, sowie die Aneignung und die Konzeption von Geld als zentrale gesellschaftliche Steuerungsmechanismen bei der Ethnie der Tolai in der East New Britain Provinz des Staates Papua Neu Guinea. Als empirisches Fallbeispiel wird die Interaktion von staatlicher Nationalwährung und regional verwendetem Muschelgeld im Transformationsprozess einer ehemals akephalen Gesellschaft in Richtung auf die (politische) Integration in den Markt und den Nationalstaat analysiert. Vor dem Hintergrund der seit 130 Jahren dokumentierten Geschichte der Tolai sollen dabei Gründe und mögliche Konsequenzen des Bestrebens der Provinzregierung erörtert werden, das bisher ausschließlich für „traditionelle” Austauschhandlungen (Heirat, Initiation etc.) benutzte Muschelgeld als staatlich legitimierte lokale Komplementärwährung zu formalisieren. Aufbauend auf den gewonnenen empirischen Ergebnissen soll ein Beitrag zu einer Theorie des Geldes in der ethnologischen Monetarisierungsforschung geleistet werden.