DGV Tagung 2007

Esther Baumgärtner: Vom sozialen zum kulturellen Brennpunkt: der Nutzen glokaler Jugendkultur für das Image eines marginalisierten Stadtteils

Die Möglichkeiten einer kulturellen Ausrichtung sozialer Arbeit mit Migranten werden in den letzten Jahren verstärkt in der Quartiersentwicklung eingesetzt. Dabei geht es allerdings nicht mehr nur um eine Unterstützung von Kulturvereinen und Folklore. In zunehmendem Maße wird eine hybride glokale Jugendkultur als Mittler zwischen kulturellen Praxen der Mehrheitsbevölkerung und der in ihr lebenden Minderheiten nutzbar gemacht. Insbesondere in sogenannten sozialen Brennpunkten stehen kulturelle Maßnahmen zur Integration von Minderheiten auf der Agenda. Unter dem Aspekt einer Standortbestimmung als kosmopolitische Nachbarschaft werden Theater, Tanz und Fotographie verstärkt in der sozialen Arbeit mit Migranten eingesetzt. Jugendarbeit soll hier einerseits Jugendliche mit Migrationshintergrund dazu befähigen, die in der Mehrheitsgesellschaft erforderlichen Schlüsselqualifikationen zu erlangen, dient gleichzeitig aber auch als Brückenkopf zur Erreichung einer breiteren Öffentlichkeit durch die Darstellung und Konsumierbarkeit eines ‚authentischen’ fremden Blickwinkels.

Workshop:

09 | Minderheiten und ihre Bedeutung für die Ethnologie Europas

Termin:

Mittwoch, 03.10.2007, 14:00-18:00 Uhr

Ort:

Melanchthonianum, Hörsaal B