Christian Riemenschneider: Mallorcas katholische Juden
Xuetes (katalanisch für „Schweinefleischfresser”) werden die Nachfahren von im Mittelalter zwangsgetauften Juden bis heute genannt. Über Jahrhunderte praktizierten sie jedoch die Religion ihrer Vorfahren im geheimen weiter, bis die Spanische Inquisition diesem als Häresie gebrandmarkten Tun Ende des 18. Jh. ein grausames Ende bereitete. Um nach diesen traumatischen Ereignissen auch nach außen Loyalität zum Katholizismus zu zeigen, begannen die Nachfahren der Verfolgten öffentlich Schweinefleisch zu essen, was ihnen ihre abschätzige Bezeichnung eintrug. Sie wurden trotzdem bis weit ins 20. Jh. als Juden diskriminiert und ausgegrenzt. Heute leben etwa 20.000 xuetes auf Mallorca. Die Historie, aber vor allem die vielfältigen heutigen Prozesse der Identitätsbildung, in die die xuetes involviert sind, bilden den Inhalt der Präsentation.