Elke Mader: Mythen und Medien
Der Vortrag beschäftigt sich mit der Schnittstelle von Mythen, Imaginationen, globalen Prozessen und Medien; er thematisiert den Raum von Mythen unter Konditionen der Globalisierung in Hinblick auf Berührungspunkte mit dem Konzept der „mediascapes” als Modell für Konfigurationen von Bedeutung in einer globalen kulturellen Ökonomie im Sinne von Arjun Appadurai. Die Definition der Wirkungsweisen von mediascapes bei Appadurai zeigt viele Berührungspunkte mit anthropologischen Theorien des Mythos. Mythen sowie Medien dienen u.a. der Repräsentation und Kommunikation von Bedeutungsgefügen und sind eng mit verschiedenen Facetten der Alltagswelt verflochten. Im Kontext der Anthropologie der Mythen können diese Phänomene und Prozesse mit dem Konzept von mythscapes analysiert werden, und zwar sowohl aus der Perspektive des Verhältnisses von mythischem Raum und Alltagswelt im Sinne Joanna Overings, als auch im Sinne von medialen Mythen-Räumen, die unter Konditionen der Globalisierung eine neue Dynamik entwickeln. Die Terminologie Appadurais, der von „Drehbüchern” und Protoerzählungen, von Charakteren, Figuren und Handlungsverläufen legt es nahe, sich in diesem Zusammenhang auch den Verflechtungen von Mythos und populärem Kino zuzuwenden. Filme reflektieren partikuläre und hybride Traditionen von narrativer und visueller Kultur und stehen auch in Zusammenhang mit einer Reihe von glokalen (medialen und performativen) Praktiken und Diskursen. Der Vortrag behandelt einige Facetten dieser Schnittstellen zwischen Mythen und Medien am Beispiel des populären indischen Films und des Stars Shah Rukh Khan.