DGV Tagung 2007

Sophia Thubauville: Nach Sonnenaufgang… Frauenwelten und Kultureller Wandel in Maale/ Südäthiopien

Ein Sprichwort der Maale heißt wie folgt: „Nach Sonnenaufgang, kehrt die Sonne nicht mehr um, um dort unterzugehen wo sie aufging. Ein Kind nennt seinen Vater nicht „mein Kind”.”

Dieses Sprichwort verbildlicht nicht nur den Lauf der Dinge und die Normen einer Kultur, sondern auch den kulturellen Wandel, der in Maale rapide vorangeht. Wie die Sonne im Sprichwort aufgeht und dann voranschreitet ohne eine Möglichkeit zur Umkehr zu haben, verhält sich auch der Wandel, den manch einer begrüßt, andere aber kritisch beäugen.

In meinem Vortrag sollen die Auswirkungen dieser Veränderung auf das Leben der Frauen in Maale erläutert werden. Die Welt der Frauen hat sich in den vergangenen Jahren unter anderem durch die zunehmende Missionierung gewandelt. Aufgrund dieser geben immer mehr Menschen ihre traditionellen Meidungsgebotes und Rituale auf, was nicht nur das Alltagsleben der Maale, sondern auch ihre Festlichkeiten verändert. Die meisten Meidungsgebote in Maale betreffen Frauen. Daher wird ihr Alltag durch den Protestantischen Glauben erleichtert durch den viele Verbote wegfallen. Die neue Religion bringt jedoch andere Herausforderungen mit sich wie z.B. den Verzicht auf das lokale Bier und den beliebten Perlenschmuck.

Durch die stete Zunahme an Schulen und Schülern und da vornehmend Jungen zur Schule geschickt werden, müssen Mädchen teilweise deren Aufgaben übernehmen, und neben Arbeiten auf dem Feld und im Haushalt auch Ziegen und Kühe hüten. Weil es immer mehr Getreidemühlen gibt, wenden sich heute die Tätigkeiten der Frauen oft vom Getreidemahlen mit Steinen weg hin zu kommerziellen Tätigkeiten.

Diese und andere Aspekte des kulturellen Wandels und dessen Einfluss auf das Leben der Frauen werden in meinem Vortrag näher erläutert.

Workshop:

04 | Ethnologische Geschlechterforschung: Marginalisierung und Relevanz in- und außerhalb der Disziplin

Termin:

Dienstag, 02.10.2007, 14:00-18:00 Uhr

Ort:

Melanchthonianum, Hörsaal XVI