DGV Tagung 2007

Ulrich Oberdiek: Sexualität als ‚moralischer’ diskursiver Konfliktstoff in Indien

Anhand von Fällen in den Medien, besonders der Presse, wird der kontrovers geführte Diskurs über Sexualität in Indien vorgestellt - es gibt hier Puristen, die sich beschweren und manche, die sich für ‚Freiheit’ aussprechen sowie jene, die einfach praktizieren und den Anlass für die Beschwerden liefern. Eine populäre Sicht verbindet Indien mit dem Kamasutra. Die sexuelle Ordnung im hinduistisch geprägten Indien ist, zumindest bei ‚höheren Kasten’, jedoch nicht primär mit so etwas wie ‚Genuss’ verbunden sondern im Gegenteil ‚puristischen’ Normen unterworfen, die - materialistisch gesehen - dem folgen, was ich Reproduktionslogik nenne. Dabei spielt, anders als in christlichem Denken und Fühlen, eine religiös gedachte Moral eigentlich keine Rolle. Im Vortrag geht es um die Darstellung und Deutungen dieses beginnenden öffentlichen Sexualitätsdiskurses.

Workshop:

03 | Selbst- und Fremdrepräsentation in Südasien: Wer erklärt Indien wie?

Termin:

Mittwoch, 03.10.2007, 14:00-18:00 Uhr

Ort:

Melanchthonianum, Hörsaal D