DGV Tagung 2007

Thomas G. Kirsch: Reflexive Soziabilität. Konflikt und die Arbeit am Sozialen

Anhand der Ergebnisse einer ethnographischen Feldforschung zu Kriminalitätsprävention in Südafrika zeigt der Vortrag, wie Kriminalität hier zu einer gesellschaftlichen Selbstkonfrontation in der Frage führt, welche Formen sozialer Beziehungen als eher konfliktauslösend und -fördernd und welche als eher konfliktregelnd und -beilegend zu werten sind. Es wird dabei zum einen herausgearbeitet, wie in den untersuchten kriminalitätspräventiven Diskursen und Praktiken nicht-staatlicher Akteure verschiedene Formen sozialer Beziehungen (wie beispielsweise “Familie”, “soziales Netzwerk” und “formale Organisation”) gegeneinander abgewogen und evaluiert werden. Zum anderen wird aufgezeigt, wie diese Evaluation für die entsprechenden Akteure mit der Frage zusammenhängt, ob angemessene Kriminalitätsprävention auf einem Ähnlichkeitsprinzip (z.B. “kriminalitätspräventive Netzwerke” gegen “kriminelle Netzwerke”) oder einem Unterschiedsprinzip (z.B. “kriminalitätspräventive formale Organisation” gegen “kriminelle Familien”) basieren sollte.

Plenarveranstaltung:

III | Ethnologische Forschungsperspektiven aus Halle

Termin:

Donnerstag, 04.10.2007, 09:00-11:00 Uhr

Ort:

Audimax (Gebäude), Audimax (Hörsaal)