Thema des Beitrages sind Veränderungen in den Strategien lokaler Akteure in der Austragung und Lösung von Konflikten, die eine ethnische Dimension beinhalten. Untersuchungsregion ist Nordwestkamerun, auch bekannt als das Kameruner Grasland. Zeitlich fokussiert die Studie auf den 1990er und frühen 2000er Jahren, eine Periode, die durch die Demokratisierung Kameruns geprägt war sowie durch das Erstarken globaler Diskurse zu Menschen-, Minderheiten- und kulturellen Rechten.
Am Beispiel ausgewählter Konflikte werde ich zeigen, wie sich die Wahrnehmung und Austragung kollektiver Auseinandersetzung innerhalb der letzten fünfzehn bis zwanzig Jahre verändert hat. Während es in den 1990er Jahren vermehrt zu konfrontativen und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Individuen und Gruppen kam, gewannen in den frühen 2000er Jahren politisch-rechtliche Konfliktstrategien an Bedeutung. Weiterhin wurden und werden Auseinandersetzungen von lokalen Akteuren oft als ethnische wahrgenommen, obwohl sie vorwiegend wirtschaftlicher und/oder politischer Natur sind.
Diese Veränderungen interpretiere ich vor dem Hintergrund nationalpolitischer Entwicklungen und dem Einfluss globaler Rechtsdiskurse. In meiner Analyse lokaler Konfliktstrategien bediene ich mich der Konflikttheorien der Manchester Schule und von Georg Elwert und versuche, eine fruchtbare Synthese herzustellen.
Plenarveranstaltung:
III | Ethnologische Forschungsperspektiven aus Halle
Termin:
Donnerstag, 04.10.2007, 09:00-11:00 Uhr
Ort:
Audimax (Gebäude), Audimax (Hörsaal)