DGV Tagung 2007

Die deutschsprachige Südamerikanistik: Bestandsaufnahme und Perspektiven

Workshop 24 | RG Südamerikanistik i. Gr.

Beim diesjährigen Südamerikanistentreffen in Wien wurde – vor allem von jüngeren Kollegen – verschiedentlich der Wunsch geäußert, wieder mit einer eigenen Regionalgruppe in der DGV vertreten zu sein. Deshalb soll in Halle versucht werden, die RG Südamerika neu zu beleben.

Der Workshop "Die deutschsprachige Südamerikanistik" bietet Ethnologen Gelegenheit zu 10minütigen Kurzberichten über Projekte und laufende Forschungen sowie 20minütigen Vorträgen über abgeschlossene Arbeiten. Thematisch soll es keinerlei Vorgaben oder Einschränkungen geben, da es hauptsächlich um eine Bestandsaufnahme und einen Überblick über gegenwärtige Forschungsinteressen und Aktivitäten geht. Eine Abgrenzung ergibt sich lediglich hinsichtlich der bereits etablierten RG Afroamerika.

Als Ausgangspunkt für die Diskussionen ist das Thema der gesamten Tagung, das „Verhältnis von empirischer Forschung und ethnologischer Theoriebildung“, sicherlich hilfreich. Bei einer Podiumsdiskussion und in einem abschließenden Rundgespräch sollen die Perspektiven der Südamerikanistik im deutschsprachigen Raum zur Sprache kommen. Dazu werden auch Kollegen aus Österreich und der Schweiz eingeladen.

Organisation

Prof. Dr. Bruno Illius

Datum, Uhrzeit

Donnerstag, 04.10.2007, 14:00-18:00 Uhr

Ort

Melanchthonianum, Hörsaal XVII

Vorträge & Abstracts

  • Bruno Illius, Berlin: „Bemerkungen zur neueren Pano-Forschung“

    Die 1994 erstmals als Supplement der Zeitschrift Amerindia (n°19) erschienene Bibliographie Kirikonbaon Kirika (‘gringo’s books’), an annotated Panoan Bibliography, enthielt damals knapp 2000 Einträge. Sie war wenig später online zugänglich (http://web.mae.u-paris10.fr/recherche/PANOA.html) und wurde kürzlich aktualisiert. Nun listet sie über 2500 Arbeiten über die 30 historischen und rezenten Ethnien dieser Sprachfamilie auf. Über Ethnien der […]

  • Helmut Schindler, München: „Bemerkungen zur neueren Mapucheforschung“

    Ich werde über meine laufenden Arbeiten in Chile und am Schreibtisch berichten und versuchen, sie in den jüngeren Studien über das in Chile und Argentinien ansässige Volk der Mapuche zu verorten.
    Workshop:
    24 | Die deutschsprachige Südamerikanistik: Bestandsaufnahme und Perspektiven
    Termin:
    Donnerstag, 04.10.2007, 14:00-18:00 Uhr
    Ort:
    Melanchthonianum, Hörsaal XXI

  • Andrea Herbert, Marburg: „Ayahuasca-Heilerinnen der Shipibo-Konibo“

    Die Region Ucayali in Ost-Peru erfährt seit Jahrzehnten einen verstärkten Zulauf von „spirituellen Touristen”, die gezielt Schamanen aufsuchen, um unter ihrer Anleitung das Halluzinogen Ayahuasca zu konsumieren, das aus der traditionellen indianischen Medizin - z.B. der Shipibo-Konibo - bekannt ist. Während männliche Heiler aus der Umgebung Pucallpas sich schon in Assoziationen zusammengeschlossen und „Schulen” […]

  • Ernst Halbmayer, Wien: „Carib-Sprecher: eine Sprachfamilie jenseits von Matrix und Ethos?“

    Der Zusammenhang zwischen Sprachfamilie und Formen der Sozialität wurde im indigenen Amazonien in den letzten Jahren insbesondere an Hand der „soziokosmologischen Tupi-Guarani Matrix” (Viveiros de Castro) sowie „des arawakischen Ethos” (Santos-Granero) diskutiert. In diesem Beitrag werde ich einerseits - im Sinne des Themas der DGV-Tagung - nach dem Verhältnis zwischen diesen theoretischen Konstrukten und […]

  • Karin M. Naase, Berlin: „Forschen in Amazonien, Brasilien: Forschen in einem politisch sensiblen Umfeld“

    In meinem Beitrag möchte ich beleuchten, welche Rahmenbedingungen heutzutage gegeben sind, wenn EthnologInnen in bestimmten Weltregionen und zu bestimmten Thematiken, die von vornherein politisch sensible Bereiche ansprechen, Feldforschung betreiben möchten. Ich möchte meine eigenen rezenten Erfahrungen mit Feldforschung in Brasilien zum Thema der Landreform reflektieren und diskutieren. Es geht mir dabei insbesondere um zwei […]