Chairman: Richard Rottenburg
Datum, Uhrzeit
Mittwoch, 03.10.2007, 09:00-11:00 Uhr
Ort
Audimax (Gebäude), Audimax (Hörsaal)
Vorträge
Jorge Branco
John Eidson
Antonio Palmisano
Bernhard Streck
Han Vermeulen
Abstracts
Han F. Vermeulen: Von der Empirie zur Theorie: Deutschsprachige Ethnographie und Ethnologie von Gerhard Friedrich Müller bis Adolf Bastian (1740-1881)
Die Ethnologiegeschichte geht im Allgemeinen davon aus, dass die Anfänge der Völkerkunde bei Tylor, Bastian und Morgan im 19. Jahrhundert liegen. Dieser fast kanonischen Auffassung möchte ich die These entgegen setzen, dass eine programmatische und umfassende Ethnographie bereits im 18. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Erforschung des damaligen russischen Reiches von zumeist deutschsprachigen Gelehrten […]John R. Eidson: Aufarbeitung der Fachgeschichte: Darstellung und Deutung der “Geschichte der Ethnologie” in Deutschland seit 1945
In den 62 Jahren seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben die Deutschen ihre Beziehung zur internationalen Community sowie zur eigenen Vergangenheit neu regeln müssen. Das Gleiche kann man von der deutschen Ethnologie sagen. Der Vortrag ist nur einem Aspekt dieses komplexen Prozesses gewidmet: Wie haben deutsche Autoren die Geschichte der Ethnologie seit 1945 […]Jorge Branco: Jenseits des Rhein: Zum Einfluss der deutschen Ethnologie in Portugal
Meine Betrachtung geht von der Existenz eines ethnographischen Diskurses in Portugal aus, der auch von Volkskundlern, Romanisten, Dialektologen und Geographen gepflegt wurde. In diesem Diskurs findet man Spuren der (modernen) deutschen Ethnologie/ Volkskunde. Für die 50er und 60er Jahre kann man von regelrechten Einflüssen reden. Das Verhältnis der Ethnologen und Volkskundlern beider Länder war […]Antonio L. Palmisano: Die Berliner Schule der Ethnologie: Ethnographie und Selbst-Ethnographie der Jahre 1978-1986
Kann man von einer Berliner Schule der Ethnologie sprechen? Schon die Thurnwald-Schule wurde als solche definiert, doch dann kamen neue Strömungen dazu, die nicht explizit aufeinander aufbauten. Können wir dennoch von einer Berliner Schule sprechen, oder sind es mehrere? In diesem Vortrag geht es besonders um die 1970er Jahre, als in Berlin in einem […]Bernhard Streck: Deutsche Völkerkunde - Sonderwege des 20. Jahrhunderts
Während im 18. Jahrhundert sich in Deutschland eine “Völkerperspektive” (Vermeulen) als Sensibilität für kulturelle Vielfalt gegen den Zivilisationsdiskurs abzeichnete, scheint in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die deutsche Völkerkunde selbst als pluralistisches Unternehmen Gestalt zu gewinnen. 1929 gründete Fritz Krause in Leipzig die Gesellschaft für Völkerkunde, die im Unterschied zu den anthropologisch-ethnologisch-prähistorischen Traditionsverbänden […]